Misophonie Bewältigungsstrategien: Triggern aus dem Weg gehen!

Misophonikern wird in der Regel gesagt, sie sollten sich zusammenreißen und lernen, ihre Trigger auszuhalten. Besonders Kinder wollen nichts verpassen und bleiben daher oft in einem triggerreichen Umfeld, nur um nicht alleine zu sein, oder weil ihre Eltern ihnen gesagt haben, dass sie ihre Trigger ignorieren sollen. Oftmals wollen Misophoniker einfach keinen Ärger machen und in der Hoffnung, dass sie sich allmählich an ihren Trigger gewöhnen, versuchen sie ihn auszuhalten. Man kann sich aber nicht an einen Trigger gewöhnen. Im Gegenteil – der Stress wird von Mal zu Mal größer. Die meisten Patienten geben an, dass sie ein Zimmer erst verlassen, nachdem sie versucht haben, das Geräusch eine Zeit lang auszuhalten. Nur wenige ergreifen sofort die Flucht.
Der Schweregrad der Misophonie einer Person basiert sowohl auf der individuellen Trigger-Erfahrung, als auch auf der Anzahl der Trigger, der sie ausgesetzt ist. Misophoniker reagieren wirklich nur auf ihre persönlichen Trigger, nicht auf Geräusche oder visuelle Eindrücke im Allgemeinen. Die erste Bewältigungsstrategie besteht daher schlicht und einfach darin, die Anzahl der Trigger zu reduzieren. Mehr dazu später.
Vermeiden Sie Ihre Trigger, denn getriggert zu werden verschlimmert Ihre misophonische Reaktion auf zweierlei Weise. Erstens verstärkt sich dadurch der ursprüngliche Reflex, und zweitens können Sie sich weitere Trigger „einfangen“, wenn sie gleichzeitig ein zweites Geräusch wahrnehmen. Um diese Verschlimmerungen zu vermeiden, versuchen Sie, Ihren Triggern aus dem Weg zu gehen. Sie können sich aktiv von ihnen entfernen oder die betreffende Triggerperson bitten, mit dem Geräusch aufzuhören. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, einen Trigger einfach auszuhalten.

Aus: Misophonie verstehen und überwinden von Thomas Dozier


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