Studie zum Thema Misophonie: Teilnehmer gesucht

Hallo an alle Betroffenen!

Nico Remmert ist Psychologe und forscht derzeit an der Freien Universität Berlin zum Thema Misophonie und wäre allen unendlich dankbar, die sich die Zeit nehmen, um bei seiner Studie teilzunehmen.

Was erwartet Euch?

Ihr werdet einen Online-Fragebogen ausfüllen, der nicht mehr als 40 Minuten Eurer Zeit in Anspruch nehmen wird.

Was springt für Euch dabei raus?

Ihr bekommt die Möglichkeit etwas mehr über Euch und die Misophonie herauszufinden. Darüber hinaus könnt Ihr eine detaillierte Rückmeldung zu Eurem Ergebnis erhalten.

Ziel ist es, einen weiteren Schritt voranzugehen, die Hintergründe der Misophonie zu ergründen und v.a. die wissenschaftliche Repräsentation und Anerkennung zu erreichen. Auch Ihr könnt also dadurch ein Teil davon werden.

Wenn Ihr daran Interesse habt, gelangt Ihr ganz einfach über den untenstehenden Link zu der Studie.

https://ww3.unipark.de/uc/Misophonie/Studie/

Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Falls Sie Anmerkungen oder Änderungsvorschläge haben, sagen Sie Nico Remmert bitte Bescheid.

Emotionale Reaktionen der Misophonie

Den folgenden Fragebogen verwende ich für meine neuen Misophonie-Patienten, um ihre emotionalen Reaktionen auf Trigger zu bewerten. Die Emotionen bzw. Reaktionen, die in der Liste beschrieben werden, sind nach ihrem Schweregrad sortiert und reichen von gering bis extrem.

Bewertung: 0: nie, 1: ab und zu, 2: oft, 3: fast dauernd

  • Sie hören ein bekanntes Triggergeräusch, und es gefällt Ihnen nicht.
  • Sie hören ein Triggergeräusch und fühlen sich genervt oder verärgert.
  • Sie möchten der Person, die das Triggergeräusch verursacht, Ihren Ärger vermitteln.
  • Sie möchten, dass diese Person mit dem Geräusch aufhört.
  • Sie möchten die Person dazu zwingen, mit dem Geräusch aufzuhören.
  • Sie wollen sich vergewissern, dass die betreffende Person tatsächlich das Geräusch macht, und fühlen sich gedrängt, sie anzustarren.
  • Sie möchten das Geräusch mit anderen Lauten verdrängen.
  • Sie möchten sich so weit wie möglich vom Geräusch entfernen.
  • Sie wünschen sich, Sie wären taub.
  • Sie haben Angst, mit Ihren Handlungen die Gefühle anderer zu verletzen.
  • Sie möchten sich unauffällig vom Geräusch zurückziehen.
  • Sie möchten sich so schnell wie möglich vom Geräusch entfernen, auch wenn es peinlich wird.
  • Sie möchten die Person, die das Geräusch macht, schubsen oder stoßen.
  • Sie möchten die Person, die das Geräusch macht, verbal angreifen.
  • Sie möchten die Person, die das Geräusch macht, körperlich angreifen.
  • Sie möchten die andere Person körperlich verletzen.
  • Sie möchten schreien.
  • Sie sind wütend.
  • Sie sind zornig.
  • Sie hassen die andere Person.
  • Sie fühlen sich angeekelt.
  • Sie nehmen es der anderen Person übel.
  • Sie fühlen sich dazu gedrängt, wegzulaufen.
  • Sie wollen sich rächen.
  • Sie fühlen sich von der Person, die das Geräusch macht, beleidigt oder angegriffen.
  • Sie sind verzweifelt und hoffnungslos.

Die meisten Misophoniker können mindestens 75% dieser Gefühle oder Reaktionen nachempfinden. Meist bejahen Misophoniker alle diese Emotionen bis auf zwei oder drei.

Aus: Misophonie verstehen und überwinden von Thomas Dozier

Bild: lian_2011, shutterstock.com

Fehldiagnosen bei Misophonie

Viele Misophoniker leiden aufgrund von Fehldiagnosen. Diese sind fast unvermeidlich, denn bisher ist Misophonie in medizinischen und psychologischen Kreisen nahezu völlig unbekannt. Ich fragte Mitglieder einer Online-Selbsthilfgruppe für Misophoniker, welche Diagnosen bei ihnen gestellt wurden. Oft genannt wurden: Jähzorn, Trotzverhalten, affektive Störung, Hyperakusis, ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung), bipolare Störung, paranoide Persönlichkeitsstörung, Zwangsstörung, Angst, Autismus, Nervenstörung, Sinnesverarbeitungsstörung, Hochsensibilität, Phobie, typisches Mutter-Kind-Drama, Migräne, Krampfanfälle, PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) und Depressionen.
Wenn einem Arzt Misophonie unbekannt ist, wird er natürlich eine Fehldiagnose stellen. „Ich weiß nicht, was Ihnen fehlt“ wäre für den Betroffenen besser, besonders, weil die Therapien, die auf eine Fehldiagnose folgen, oft nicht nur nutzlos sind, sondern den Zustand sogar noch verschlimmern.
Vielen Betroffenen wird gesagt, dass alles mit ihnen in Ordnung sei. Andere werden als verwöhnt, verrückt, überempfindlich und arrogant abgestempelt, oder ihnen wird vorgeworfen, dass man ihnen einfach nichts recht machen könne. Vielen wird geraten, die Geräusche einfach zu ignorieren; es sei ja schließlich alles Einbildung.
Misophonie ruft extreme negative Emotionen hervor, und diese führen häufig zu unangebrachtem Verhalten gegenüber anderen Menschen, besonders nahestehenden. Beides, sowohl die Emotionen als auch die darauffolgenden Handlungen, führt oft zu Schuld- und Schamgefühlen. Diese verschlimmern sich selbstverständlich noch, wenn dem Misophoniker auch von außen vorgeworfen wird, dass alles seine Schuld sei.

Aus: Misophonie verstehen und überwinden von Thomas Dozier

Tests für den Schweregrad der Misophonie: Der Misophonie-Selbstbewertungsfragebogen

Es gibt drei Fragebögen, um den Schweregrad der Misophonie zu bewerten: die „Misophonie Aktivierungsskala“, die „Amsterdam Misophonieskala“ und den „Misophonie Selbstbewertungsfragebogen“. Marsha Johnson entwickelte den Misophonie-Selbstbewertungsfragebogen für ihre Patienten. Der Fragebogen hat 21 Fragen, von denen jede mit 0 bis 3 Punkten bewertet werden kann, je nachdem wie gut dieser Zustand auf Sie zutrifft. Die Gesamtzahl Ihrer Punkte kann Ihnen helfen, den Schweregrad Ihrer Misophonie zu bestimmen.

 

MISOPHONIE SELBSTBEWERTUNGS-FRAGEBOGEN

BEWERTUNGSSKALA:

0 = überhaupt nicht, 1= ab und zu, 2 = häufig, 3 = fast immer

Punkt-
zahl

1. Meine Geräuschproblematik macht mich derzeit unglücklich.

2. Meine Geräuschproblematik beeinträchtigt mich.

3. Meine Geräuschproblematik hat mich in letzter Zeit wütend gemacht.

4. Ich glaube, dass niemand versteht, warum ich ein Problem mit bestimmten Geräuschen habe.

5. Meine Geräuschproblematik scheint keine klare Ursache zu haben.

6. Ich fühle mich aufgrund meiner Geräuschproblematik hilflos.

7. Meine Geräuschproblematik beeinträchtigt derzeit mein Sozialleben.

8. Ich fühle mich aufgrund meiner Geräuschproblematik isoliert.

9. Meine Geräuschproblematik hat mir in letzter Zeit Probleme in Gruppen bereitet.

10. Meine Geräuschproblematik wirkt sich negativ auf mein Berufs- / Schulleben aus.

11. Meine Geräuschproblematik frustriert mich.

12. Meine Geräuschproblematik wirkt sich negativ auf mein ganzes Leben aus.

13. Ich habe in letzter Zeit Schuldgefühle aufgrund meiner Geräuschproblematik.

14. Meine Geräuschproblematik ist laut anderen „verrückt“.

15. Ich habe das Gefühl, dass mir niemand in Bezug auf meine Geräuschproblematik helfen kann.

16. Ich fühle mich aufgrund meiner Geräuschproblematik hoffnungslos.

17. Ich glaube, dass sich meine Geräuschproblematik immer nur verschlimmern wird.

18. Meine Geräuschproblematik beeinträchtigt meine Beziehungen innerhalb der Familie.

19. Meine Geräuschproblematik erschwert es mir in letzter Zeit, mit anderen Leuten zusammen zu sein.

20. Meine Geräuschproblematik wird nicht als tatsächliches Leiden anerkannt.

21. Ich mache mir Sorgen, dass mein ganzes Leben von meiner Geräuschproblematik bestimmt sein wird.

GESAMTPUNKTZAHL

Dr. Johnson unterteilte die Skala in drei Teile: 0-21 gilt als gering, 22-42 als mäßig und 43-63 als akut. Sie können die Skala auch wie bei der Amsterdam Misophonieskala in fünf Teile unterteilen, nämlich:

  • 0-11: subklinisch, d.h. kein Bedarf für ärztliche Behandlung

  • 12-24: gering

  • 25-37: mäßig

  • 38-50: akut

  • 51-63: extrem

Diese Bewertungen können Ihnen dabei helfen, die Entwicklung ihrer Misophonie zu überwachen. Ihre Symptome verändern sich oftmals sehr langsam (sowohl zunehmend als auch abnehmend), Behandlungen dauern meist sechs Monate oder länger. Von daher ist es hilfreich, die Fragebögen regelmäßig auszufüllen, um Ihren Fortschritt nach Behandlungsbeginn zu beobachten.

Tests für den Schweregrad der Misophonie: Die Amsterdam Misophonieskala (A-MISO-S)

Es gibt drei Fragebögen, um den Schweregrad der Misophonie zu bewerten: die „Misophonie Aktivierungsskala“, die „Amsterdam Misophonieskala“ und den „Misophonie Selbstbewertungsfragebogen“. Die Amsterdam Misophonieskala (A-MISO-S) ist eine Adaption der Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (Y-BOCS) für Zwangsstörungen und wurde von Forschern in Amsterdam entwickelt. Es folgt unsere deutsche Übersetzung.

Die Summe der Punkte Ihrer Antworten auf die folgenden Fragen bestimmt den Schweregrad ihrer Misophonie. Die Punktzahl sollte die durchschnittliche Auswirkung Ihres Triggers in der letzten Wochen widerspiegeln.

Frage 1: Wieviel ihrer Zeit wird durch die Auswirkung Ihrer misophonischen Trigger beansprucht? Wie oft kommen die Trigger selbst oder Gedanken über die Trigger vor?

0: Vernachlässigbar.
1: Gering. Weniger als 1 Stunde pro Tag. Seltene Trigger (oder Gedanken darüber), d.h. weniger als 5 Mal täglich.
2: Mäßig. 1-3 Stunden täglich. Häufige Trigger (oder Gedanken darüber), d.h. mehr als 8 Mal täglich.
3: Akut. Zwischen 3 und 8 Stunden täglich. Sehr häufige Trigger (oder Gedanken darüber).
4: Extrem. Mehr als 8 Stunden täglich, bzw. nahezu konstante Trigger (oder Gedanken darüber).

Frage 2: Wie wirken sich Ihrer misophonischen Trigger auf ihr Sozial- und Berufsleben aus? (Gibt es Aktivitäten, die sie aufgrund der Trigger vermeiden? Wenn sie zur Zeit nicht arbeiten, bewerten sie, wie sich die Trigger auf Ihr Arbeitsleben auswirken würden.)

0: Vernachlässigbar.
1: Gering. Geringfügige Auswirkung auf das Sozial-/ Berufs-/ Schulleben. Gesamtleistung ist nicht beeinträchtigt.
2: Mäßig. Gewisse Beeinträchtigung auf das Sozial- und Berufsleben, aber immer noch beherrschbar.
3: Akut. Wesentliche Beeinträchtigung auf das Sozial- und Berufsleben.
4: Extrem. Arbeitsunfähig.

Frage 3: Bewerten sie das Stressniveau, das ihre misophonischen Trigger verursachen. (Ziehen Sie nur die Emotionen wie Irritation, Wut oder Ekel in Betracht, die direkt mit Ihren misophonischen Triggern verbunden sind, nicht generelle Irritation, die auf andere Zustände zurückzuführen ist.)

0: Vernachlässigbar.
1: Gering. Gelegentlicher Stress / Irritation.
2: Mäßig. Störende aber beherrschbare Irritation / Wut / Ekel.
3: Akut. Sehr störende Irritation / Wut / Ekel.
4: Extrem. Nahezu konstante und störende Irritation / Wut / Ekel.

Frage 4: Wie sehr bemühen Sie sich, ihre Trigger auszuhalten? (Wie oft versuchen Sie, die Trigger zu ignorieren? Bewerten Sie hier nur Ihr Bemühen, die Trigger auszuhalten und nicht, ob Sie erfolgreich Ihre Gedanken kontrollieren.)

0: Ich bemühe mich immer, meine Trigger auszuhalten. Meine Symptome sind minimal und es bedeutet keine Mühe für mich.
1: Ich bemühe mich meistens, meine Trigger auszuhalten.
2: Ich bemühe mich bis zu einem gewissen Grad, meine Trigger auszuhalten.
3: Ich gebe widerwillig nach und versuche nicht, meine Trigger auszuhalten.
4: Ich gebe allen meinen Impulsen widerstandslos nach.

Frage 5: Wie sehr können Sie ihre Gedanken über Ihre misophonischen Trigger kontrollieren? (Wie erfolgreich sind sie dabei, ihr Denken umzusteuern?)

0: Komplette Kontrolle.
1: Viel Kontrolle. Ich kann normalerweise damit aufhören, an meine misophonischen Trigger zu denken.
2: Mäßige Kontrolle. Ich kann manchmal damit aufhören an meine misophonischen Trigger zu denken.
3: Wenig Kontrolle. Ich schaffe es meistens nicht, damit aufzuhören an meine misophonischen Trigger zu denken und kann meine Aufmerksamkeit nur schwer auf etwas anderes umlenken.
4: Keine Kontrolle. Meine Gedanken über die misophonischen Trigger sind völlig unfreiwillig und ich kann sie nur sehr selten abschalten.

Frage 6: Vermeiden sie bestimmt Aktivitäten, Orte oder Leute aufgrund Ihrer Misophonie? (Zu welchem Grad gebrauchen Sie laute Geräusche, z.B. Musik, um ihre Triggergeräusche zu vermeiden?)

0: Keine bewusste Vermeidung.
1: Minimale Vermeidung. Weniger als 1 Stunde am Tag oder nur gelegentlich.
2: Mäßige Vermeidung. 1-3 Stunden täglich oder häufige Vermeidung.
3: Akute Vermeidung. Zwischen 3 und 8 Stunden täglich oder sehr häufige Vermeidung.
4: Extreme, extensive Vermeidung. Mehr als 8 Stunden täglich. Konstante Vermeidung der Triggergeräusche.

Abschließend: Was wäre das schlimmste Szenario, wenn sie Ihre misophonischen Trigger nicht vermeiden könnten?

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Summieren Sie Ihre Ergebnisse, um den Schweregrad Ihrer Misophonie zu bestimmen:

0-4: subklinisch, d.h kein Bedarf für ärztliche Behandlung
5-9: gering
10-14: mäßig
15-19: akut
20-24: extrem

Aus: Misophonie verstehen und überwinden

Tests für den Schweregrad der Misophonie: Die Misophonie Aktivierungsskala

Es gibt drei Fragebögen, um den Schweregrad der Misophonie zu bewerten: die „Misophonie Aktivierungsskala“, die „Amsterdam Misophonieskala“ und den „Misophonie Selbstbewertungsfragebogen“. Der einfachste der drei ist die Misophonie Aktivierungsskala, die von Misophonia-UK.org entwickelt wurde. In der Originalsprache finden Sie den Test hier. Es folgt unsere deutsche Übersetzung:

Misophonie Aktivierungsskala (MAS-1)
Welche der folgenden Aussagen trifft am genauesten auf Sie zu?
Stufe 0: Sie hören einen bekannten Trigger, fühlen sich aber nicht unwohl.
Stufe 1: Trotz der Gegenwart einer Triggerperson spüren Sie wenig oder gar keine Erwartungsangst.
Stufe 2: Das bekannte Triggergeräusch löst gewissen psychischen Stress, Irritation oder Verärgerung in Ihnen aus. Es kommt aber zu keiner Panik oder Kampf-oder-Flucht-Reaktion.
Stufe 3: Sie spüren ein erhöhtes psychisches Stressniveau, reagieren jedoch nicht körperlich darauf. Es entsteht eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber audiovisuellen Reizen.
Stufe 4: Sie haben eine minimale physische Reaktion auf den Stimulus. Sie reagieren mit konfrontationsvermeidenden Bewältigungsmechanismen: Sie bitten die Triggerperson, mit dem Geräusch aufzuhören, Sie halten sich diskret ein Ohr zu oder verlassen die Situation in aller Ruhe. Es kommt zu keiner Panik oder Kampf-oder-Flucht-Reaktion.
Stufe 5: Sie legen einen konfrontativen Bewältigungsmechanismus an den Tag. Sie halten sich beispielsweise beide Ohren zu, äffen die Triggerperson nach, greifen zu anderen Formen der Echolalie (Wiederholungen) oder zeigen sich sichtbar genervt.
Stufe 6: Sie verspüren starken psychischen Stress, Panik und eine Kampf-oder-Flucht-Reaktion.
Stufe 7: Sie leiden unter starkem psychischen Stress, Ihre konfrontativen Bewältigungsmechanismen werden lauter und häufiger. Der Trigger kann eine unfreiwillige sexuelle Erregung verursachen. Eventuell spielen sich das Triggergeräusch oder der visuelle Trigger auch noch nach Wochen, Monaten oder Jahren wiederholt in Ihrem Kopf ab.
Stufe 8: Sie verspüren starken psychischen Stress und haben Gewaltfantasien.
Stufe 9: Sie geraten in Panik und Wut, die man Ihnen ansehen kann. Sie treffen die bewusste Entscheidung, die Triggerperson nicht anzugreifen. Sie ergreifen die Flucht, um dem Geräusch zu entkommen, und lassen Ihre Wut an einem leblosen Objekt aus.
Stufe 10: Sie üben physische Gewalt auf eine Person, ein Haustier oder sich selbst aus.

Aus: Misophonie verstehen und überwinden

Ist es Misophonie?

Wie Sie herausfinden, ob Sie an Misophonie leiden

Wenn Sie einfach nur wissen wollen, ob das, woran Sie leiden, Misophonie ist oder nicht, genügt es, 2 einfache Fragen zu beantworten.

Nehmen wir ein Beispiel: Jemand empfindet starke Reaktionen auf das Weinen eines Babys. Ob es Misophonie ist, unter der er leidet, kann getestet werden. Dabei geht es darum auszuschließen, dass er auf die Lautstärke oder auf die Ursache (ein Baby in Not) des Triggergeräusches reagiert. Für den Test kann eine Tonaufnahme verwendet werden.
Zunächst wird festgestellt, ob die Reaktion von der Lautstärke des Geräusches abhängt. Wird die Person durch das aufgenommene Geräusch getriggert, obwohl es sehr leise ist?
Dann gilt es herauszufinden, ob es die Bedeutung des Geräusches ist, welche die starken Emotionen auslöst. Wenn jemand durch das Geräusch des weinenden Babys getriggert wird, obwohl es sehr leise und es ihm auch völlig klar ist, dass es sich um eine Aufnahme handelt (dass also nicht wirklich ein Baby in Not ist), dann leidet er unter Misophonie.
Misophoniker ist, wer mindestens einen Trigger hat, der eine extreme emotionale Reaktion verursacht. Eine klinische Definition von Misophonie sollte natürlich die Auswirkung des Triggers auf das Leben des Betroffenen in Betracht ziehen. Solch eine Klassifizierung nach DSM (Diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen) und ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme), welche im Gesundheitswesen als Grundlage von Diagnosen verwendet werden, gibt es aber noch nicht.

Aus: Misophonie verstehen und überwinden