„Du bist so eine schöne Frau – würdest du bitte keine unschönen Geräusche machen?“

In dem Roman „Lyssa: Ein Geheimnis-Krämer Fall“ leidet Protagonist Tycho unter Misophonie („Es hatte Jahre gedauert, bis er herausfand, dass er selbst an Misophonie litt: Er hasste Kau- und Essgeräusch, Niesen und Schniefen, manchmal sogar das Atmen, ganz gleich, wer es fabrizierte.“).

Damit wird Heitz so einigen seiner Leser die Augen öffnen, denn noch immer wissen die meisten Misophoniker nicht, woran sie leiden. Auch denken die meisten, mit ihrem Problem völlig alleine dazustehen. Nichts könnte falscher sein, denn allen Studien zufolge leidet mindestens jeder 10te unter Misophonie.

Zitate aus Markus Heitz: Lyssa: Ein Geheimnis-Krämer Fall. Knaur eBook, 2016, ISBN 9783426440636 (zitiert nach Google Books). Das Hörbuch ist exklusiv bei Amazon erhältlich.

Multitalent Ankathie Koi und Misophonie

Am 21. April erschien das erste Soloalbum von Ankathie Koi mit dem Titel „I Hate The Way You Chew“.

Koi: „Ich leide tatsächlich unter einer Art selektiver Geräuscheintoleranz. Wenn jemand laut isst, dann bekomme ich eine Gänsehaut. Meine Schwester hat sehr geräuschvoll gekaut. Wegen ihr bin ich immer zu spät zur Schule gekommen, weil ich in ihrer Gegenwart nicht essen wollte. Meine Mama hat deshalb oft durchgedreht.“

Der ganze Artikel (allerdings ohne weitere Infos zum Thema Misophonie) hier: http://diepresse.com/home/leben/mensch/5181712/Eine-Prinzessin-war-ich-noch-nie-Schriller-Koi-mit-Misophonie

Neue Beiträge zum Thema Misophonie in den Medien

Ein Team um den Neurologen Sukhbinder Kumar von der Newcastle University hat eine Studie zum Thema Misophonie veröffentlicht, in der Gehirnscans von Misophonikern und Nicht-Misophonikern verglichen wurden, die während des Abspielens von Triggergeräuschen entstanden.

Des Ergebnis der Studie ist, dass Misophoniker durch das Triggern Stress empfinden. Na ja, das haben wir schon vorher gewusst, oder? Immerhin, viele Portale berichten über das Phänomen Misophonie, und jede Öffentlichkeitsarbeit macht die Sache bekannter.

Hier einige der Berichte, die wegen der triggernden Bilder allerdings mit Vorsicht zu genießen sind. Empfehlenswert ist m. M. nur der Artikel des Ärzteblattes, der auch die Links zur Originalveröffentlichung enthält (letzter Link):

Galileo.tv: Darum machen Euch Essgräusche wahnsinnig
DRadio Wissen: Dein Schmatzen macht mich wahnsinnig! 
Spektrum: Misophonie: Die nächste psychische Störung?
NOIZZ: Falls du wegrennst, wenn deine Freunde schmatzen, hast du Misophonie
BigFM: Du hasst schmatzende Menschen? Dann könnte etwas mit Dir nicht stimmen!
Refinery29: Es gibt einen medizinischen Grund dafür, warum mich dein Kauen aggressiv macht
Telepolis: Misophonie: Die nächste psychische Störung?
Gesund.at: Warum manche Menschen Geräusche hassen
ONMEDA: Misophonie – nur überempfindlich oder krank?
Stern: Deshalb machen Sie Kaugeräusche so wütend
Kochbar (VOX): Misophonie: Wenn Kauen, Schmatzen und Schlucken Hass-Geräusche sind (Achtung, das Video enthält Trigger)
Erdbeerlounge: Warum Dein Hass auf Kaugeräusche Vorteile hat
Spektrum: Misophonie – ein Defekt im Gehirn?
Psylex: Misophonie (Psychologie, Gehirn)
Berliner Morgenpost: Warum einige Menschen das Kauen anderer nicht ertragen
TB Guide: Misophonie oder der Hass auf Geräusche
7Tv, Sat1 Gold etc.: Misophonie: Deshalb hasst du Essgeräusche der anderen (Achtung, das Video enthält Trigger)
Kölnische Rundschau: Misophonie Wenn das Atmen oder Kauen des Partners einen wahnsinnig macht
Frankfurter Rundschau: Misophonie: Wenn uns Alltagsgeräusche krank machen
Wer-weiss-was: Misophonie: Weswegen wir die Essgeräusche von anderen hassen  (Video enthält keine Audio-Trigger)

Ärzteblatt: Misophonie: Wenn Alltagsgeräusche krank machen

In Kürze soll eine wesentlich interessantere Studie von Thomas Dozier veröffentlicht werden, die die Mitwirkung eines Triggermuskels in der misophonischen Reaktionskette eindeutig belegt. Siehe auch den Artikel zu Thema Triggermuskel.

Neue Beiträge zum Thema Misophonie in den Medien

Wut in den Ohren

Die Tiroler Tageszeitung berichtet über Rico Hofmann, der an Misophonie leidet und sich mit Ohrstöpseln und Psychopharmaka ein halbwegs normales Leben ermöglicht.

Link

Das Kauen anderer stört dich? Dann bist du kreativ!

Welt berichtet von eine Studie, die Kreativität mit der sinkenden Fähigkeit, störende Geräusche ausblenden zu können in Beziehung setzt.

Link

Beitrag zum Thema Misophonie auf Radio Eins RBB

Mal ein vorbildlicher 4-minütiger Beitrag ohne Triggergeräusche und -bilder mit einigen Lösungsstrategien inkl. Informationen über eine effektive verhaltenstherapeutische Maßnahme:

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/mofr1013/medizinische-notizen/misophonie.html

Die im Beitrag angesprochenen Tests habe ich bereits hier im Blog: Der Misophonie-Selbstbewertungsfragebogen, Die Amsterdam Misophonieskala (A-MISO-S), Die Misophonie Aktivierungsskala, Schnelltest.

Mehr zur „Konfrontation unter Entspannung“: Die Neural-Repatterning-Technique (NRT).

Einziger Kritikpunkt meinerseits: Die erwähnte Ausuferung in Gewalttaten kommt zwar vor, ist aber extrem selten und für Misophonie absolut untypisch.

Bild:Image Point Fr, shutterstock.com